Andi's Thailand Blog

Notizen aus dem Isaan
Romantik auf dem See

Romantik auf dem See


Wenn der Schweizer Stammtisch in Udon Thani eine Reise tut – Romantik auf dem See

Romantik auf dem See, an einem Dienstag flüsterte mir meine liebreizende Gattin ins Ohr, ein paar Frauen des Schweizer Stammtisches in Udon Thani würden einen romantischen Ausflug planen. Tags darauf, am Stammtisch selber, wurden wir Mannen von einer Abgeordneten der Initiantinnen vor  vollendete Tatsachen gestellt. Noch am Donnerstag diskutierte ich mit ihr, ob es denn überhaupt Sinn mache wenn wir Männer da mitkommen, denn die Lautstärke von Thai-Frauen im Rudel würde sowohl die Vögel wie auch die Fische vertreiben und die Blüten der Blumen schliessen lassen. Trotzdem, am Freitag trafen sich acht Paare bei Klaus im Schneider House in der Nähe des Sees in Kumphawapi. Die Damen liessen es sich nicht nehmen, schnell noch Klebreisklumpen auf dem Holzkohlefeuer zu braten (Khao Ky), während die Männer Kaffee oder Tee  in der Morgensonne schlürften. Abfahrt.

Drei stattliche Vehikel holperten und hüpften über die sehr löchrige Strasse dem See entgegen, ab und zu blitze ein Schweizer Kreuz auf einer Heckklappe in der Sonne. Der See lag ruhig, keine Touristen, keine obligaten Lautsprecher, Saisonbeginn. Herrlich.

Die Pärchen verteilten sich auf zwei Boote und diese tuckerten gemütlich Richtung Seemitte. Es war ein herrlicher warmer Morgen mit dieser unbeschreiblichen Atmosphäre auf der Weite des Sees. Wolkenknäuel am Himmel spiegelten sich im tiefen Blau des Sees. Weisse Reiher standen im Schilf und fischten. Und der Horizont begann sich rosarot zu verfärben. Somsak, unser Steuermann strahlte über das ganze Gesicht.

Blue Monkeys Thainwes-Romantik auf dem See

Plötzlich standen die beiden Boote inmitten von Tausenden, ja Hunderttausenden, vielleicht sogar Millionen von rosa Lotosblüten. Ein unbeschreibliches Meer von Schönheit und Anmut, manch eine Hand suchte verstohlen den Weg zu der des Partners. Romantik pur, wenn Mann oder Frau es nur sehen möchte. Ich persönlich freue mich über jede romantische Gelegenheit im täglichen Leben, und diese hier ist einfach unbeschreiblich, einmalig! Romantik auf dem See.

Wir waren inmitten auf dem Meer der Lotosblüten (Thalee Bua Daeng) angekommen, so wie es über die Winterzeit nur im Herzen des Isaan anzutreffen ist. Auch wenn ich diese Pracht schon unzählige Male gesehen habe – wir fahren selbstverständlich mit jedem Besuch dahin – versinke ich jedes Mal wieder in dieser wundervollen, schon beinahe meditativen Stimmung.

Blue Monkeys Thainwes-Romantik auf dem See

Selbstredend dürfen bei einem solchen Ausflug die drei grossen S nicht fehlen, und das sind Sanook (Spass), Sabai (Wohlfühlen) und Suaey (Schönheit). Das Letztere war durch die Blütenpracht und die Anwesenheit unserer Thai-Schönheiten selbstverständlich gegeben. Der Sanook spannte sich wie ein Regenbogen zwischen den zwei Booten und wir fühlten uns einfach alle sauwohl, um es gutschweizerisch auszudrücken. Auf dem einen Boot machte sich sogar die Vision eines Apéro‘s auf der kleinen Buddha-Insel breit, die inmitten des Sees liegt. Weiss gedeckte Holztische mit duftendem St.Gallerbrot, Brienzer Alpkäse und Aufschnitt…..was für eine speicheltreibende Vorstellung, welche aber leider bald wieder als verblassende Fata Morgana über den Weiten des Sees verschwand.

Wieder am Seeufer angekommen, zog es die kleine fröhliche Gesellschaft in die nächste Kaffeestube, einige auch in den Anbau dahinter. In der Zwischenzeit hatte unser liebenswerter Gastgeber Klaus im Schneider House einen kleinen Imbiss vorbereitet. Dort angekommen wurden wir mit herrlich duftenden Käseschnitten und Salat verwöhnt. Nicht so unsere Damen, die hatten auf ihren Matten ein Gelage von Isaan-Köstlichkeiten, welches unsere Farang-Teller quantitativ bei weitem in den Schatten stellte. Und dann dieser unverschämte Vergleich ihrer stinkenden, fermentierten Fischsauce Pla Ra mit unserem duftenden Käse, aber hallo? Und wieder spielten die drei grossen, hier so wichtigen S.

Blue Monkeys Thainwes-Romantik auf dem See

Ein wunderschöner und vergnüglicher Ausflug ging seinem Ende entgegen. Unsere lieblichen Damen tratschten, strahlten und lachten, die Wogen ihrer Lebensfreude schwappten bis zu dem mit Bierflaschen bedeckten Männertisch. Hier machten Witze und lustige Anekdoten die Runde, Gastgeber Klaus war in seinem Element, sein Fundus an Witzen – manche vielleicht doch nicht so ganz jugendfrei – ist erstaunlich und scheint unendlich.

Einen ganz grossen Dank unseren wundervollen Damen für ihre Initiative, die uns allen einen herrlichen und romantischen Tag beschert hat. Ebenso einen ganz grossen Dank an unsere Gastgeber Samrit und Klaus für ihre liebevolle und grosszügige Betreuung, die uns alle mit diesem immer wieder einmaligen Gemeinschafts-Gefühl beschenkte.

Blue Monkeys Thainwes-Romantik auf dem See

PS: Die Sage um den Lotosblütensee entstand zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert hier im Isaan und wurde zur wichtigsten Volks-Sage schlechthin. Wer sich dafür interessiert, der klicke bitte hier, was direkt zu meiner im Oktober 2015 geschriebenen Zeitungs-Kolumne „Roter Lotos“ führt, viel Lesevergnügen.

Fotos von Andi, Nicha, Chaba, Samrit

Die letzten vier Blogs:

Gold, die goldigen Damen Thong
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Eine ganz normale Katastrophe
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Der Mann mit den Bäumen
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Die Geister die ich rief
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Andi

Die Geister die ich rief

Die Geister die ich rief

Die-Geister-die-ich-rief--thainewsDie Geister die ich rief…werd‘ ich nun nicht mehr los. Diese geflügelten Worte aus Goethes Zauberlehrling werden an sich als Metapher gebraucht, wenn Entwicklungen ausser Kontrolle geraten und auch von den Urhebern nicht mehr aufgehalten werden können. Diese Metapher passt doch bestens zu unserer ach so modernen Zeit. In Goethes Ballade war der Zauberlehrling anfangs stolz auf sein Können gewesen, aber als die Besen unkontrolliert zu laufen beginnen – „nass und nässer wird’s im Saal und auf den Stufen, welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister! Hör mich rufen“…- da spiegelt sich in den sieben Strophen eine ach so menschheits-typische Entwicklung:

Überheblichkeit, Wichtigtuerei, Machtrausch,

gefolgt von Angst und Verzweiflung, hilfloses Schimpfen, Verzweiflungstat, Hilferuf, Rettung durch den Zaubermeister. Interessant, aber heute scheinen die meisten ausser Kontrolle geratenen Entwicklungen in den Verzweiflungstaten stecken zu bleiben. Wenn sich die heutigen Idole in Lady Gagas, korrupten Fussball-Millionären, hirnamputierten Jetsettern und von Macht-und Geldgier befallenen „Volksvertretern“ manifestieren, dann ist es ja auch kein Wunder, sind uns die Zaubermeister abhandengekommen sind.

Unser schönes Gastgeberland Thailand ist fest im Griff der Geister (Phii),

selbst die Höchsten sind davor nicht verschont, so schrieb doch eine Zeitung, „der Generalissimo sei Ziel von schwarzer Magie geworden. Er habe über einen rauen Hals und Nackenschmerzen geklagt. Jemand habe ihm gesagt, Leute hätten ihn verflucht. Daraufhin habe der Generalissimo so viel heiliges Wasser über seinen Kopf gegossen, dass er nun befürchte, eine Erkältung zu bekommen“…..die Fotos dazu in der Zeitung waren eindrücklich und attestieren ihm doch eine gewisse Volksnähe.

Meine erste Konfrontation mit den Geistern Phii

Die-Geister-die-ich-riefhier geschah aufgrund meines Wunsches, um unser Haus Bäume zu pflanzen. Mein Lieblingsbaum, der Ton Sam Saa (Regenbaum), hätte sich dazu vorzüglich geeignet, sieht er doch mit seinem wunderschön ausgebreiteten Blätterdach wie ein Sonnenschirm aus. Die Familie schwieg vorerst einmal zu diesem Vorschlag. Es dauerte eine ganze Weile bis mir erklärt wurde, dass unser Garten kein Platz für einen Ton Sam Saa sei, denn er sei die Lieblingsbehausung der Phii. Aha! Fazit aus dieser Begebenheit: 1. die Phiis bestimmen das Leben hier und 2. die Menschen scheuen sich, uns Farangs (Ausländer) das Geisterwesen zu erklären, da sie denken, wir würden das nicht verstehen und ohnehin nur belächeln, oder sie deswegen gar auslachen. Nun, ich kann das gut nachvollziehen und verstehen, denn ich kenne einige Farangs, die das leider auch tun.

Ich für meinen Teil weiss, dass es Geister gibt,

selbst in Europa – übrigens, Geister mit Gespenstern gleichzusetzen wäre ein fataler Fehler! – und nehme das entsprechend ernst. In allen Weltreligionen gibt es diese Zwischenwelten wo sie herumdüsen, die Seelen der Toten. Es ist die Zone des Ungewissen, des Loslassens, der einen wichtigen und mit grossen Ängsten behafteten Frage nach dem Wohin, welche die Menschheit schon immer beschäftigte, seit der Homo Sapiens auf den Füssen gelandet ist. Ich nenne diese Zwischenwelt aus menschlicher Sicht mittlerweile die Knautschzone der manipulativen Ängste. Trotz aller Versuche menschlicher Erklärungen dieser Wirklichkeit bleiben nur Ansichten und Wahrheiten übrig, keine Beweise, dafür viel Fantasie und eben auch viele Ängste. Wahrheiten sind genauso richtig wie sie auch falsch sind, wie Zaubermeister Hesse zu sagen pflegte. Und wo er Recht hatte, da hatte er Recht.

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Demzufolge finde ich es persönlich viel spannender, wie diese knautschenden Zwischenwelten von uns Menschen im täglichen Leben interpretiert und gehandhabt werden. Das wäre meiner Ansicht nach ohnehin die bessere Sinnfrage des Lebens: was tun wir mit grossartigen Ideen und Visionen? Wie verhindern wir, dass sie im Sinne der sieben Goeth’schen Strophen pervertieren? Wir können das anscheinend kaum verhindern, wir sind eben Mensch. Grosse Ideen und Visionen haben immer die Rechnung ohne uns gemacht. Das zeigt uns zwar die Menschheits-Geschichte immer wieder auf, aber der Lerneffekt will einfach nicht einsetzen. Noch nicht.

Als ich vor über dreissig Jahren

Die-Geister-die-ich-riefden Buddhismus als meinen Lebensweg wählte, war ich von zwei Erkenntnissen motiviert: erstens ist Buddhismus ein Weg und keine Religion, und zweitens entschärft die Idee der Wiedergeburt die christliche Brutalität des nur einen Lebens mit dem Fallbeil am Ende. Vor meiner Wahl hatte ich mir die Freiheit genommen, alle Weltreligionen eingehend zu studieren. Interessant dabei die Feststellung, dass alle mit einem umsichtigen Lehrer begannen, Lehrer die für uns alle nur das eine wollten und empfahlen, nämlich ein friedliches Zusammenleben. Davon sind wir heute wohl etwas weiter entfernt als ursprünglich geplant, denn diese Lehren hatten auch nicht mit uns gerechnet. Der Mensch begann diese, an sich wunderbar in verschiedenen Sprachen für unterschiedliche Klimazonen angebotenen Hilfen nach seinen Machtgelüsten zu kneten und entsprechend zu interpretieren.

Eine diesbezüglich beeindruckende Geschichte bietet diese an sich in einfachen Metaphern der Wüstensprache mündlich überlieferte Lehre, welche dann in komplizierte Texte gesperrt und letztendlich von der Wüste in die Buchenwälder Europas verpflanzt wurde. Das konnte nicht gut gehen. Wir alle wissen doch, dass ein Beduine aus der Wüste total anders denkt als ein wilder Bergbauer in den Alpen. Die grossen Missverständnisse waren vorprogrammiert und arteten sehr schnell in monopolistische Machtansprüche aus. Wer nicht an die Macht dieses einen, grossen, hochstilisierten Gottes glaubte, hinter dem sich die Mächtigen des Landes verbargen, der wurde verbrannt oder sonst wie umgelegt. Vorbei war es mit der Lehre des friedlichen Zusammenlebens.

Sinn und Zweck verfehlt,

also sollte es sich doch auf der weltlichen Ebene lohnen, und überhaupt, ein solches System will auch finanziert sein. Da anerbot sich eben diese Knautschzone der Ängste, die Zwischenwelt wo niemand so recht wusste…..bald hiess es: „je mehr Mammon du bringst umso heiler überstehst Du diese beängstigende Flugbahn zwischen Erde und Himmel oder eben der Hölle.“ Das wurde wahrscheinlich zum einträglichsten Geschäftsmodell aller Zeiten, neben dem Waffen- und Drogenhandel und der Pharma- und Erdölindustrie notabene. Je mehr Angst, umso mehr wurde auf der einen Seite geblecht, umso mehr wurde sich auf der anderen Seite bereichert. Die Fortsetzung der Sklaverei mit anderen Mitteln bis in die heutigen Tage. Elegant werden diese Praktiken als „Ablasshandlungen“ bezeichnet.

Als Jazzmusiker entschied ich mich schon sehr früh

für die Hölle, denn dort spielen sie alle, meine musikalischen Idole. Dort sitzen sie in der Bigband und spielen endlos in Höllenqualen ihre Soli. Da fragte doch der Dexter, als er da unten ankam und sich neben den Miles setzen durfte, diesen, wo denn die Höllenqualen seien, bei all der geilen Musik die sie da spielen. Der Miles antwortete gelassen und mit kratziger Stimme:“ Die Songs haben alle Wiederholungen, aber das Coda fehlt“.   Wer diesen Musikerwitz nicht verstanden hat, der frage bitte einen Musiker…..Ohne Codas zu jazzen ist für mich immerhin eine bessere Aussicht als auf den Wolken sitzend über Geigensaiten zu kratzen…

Der Buddhismus

war lange seiner ursprünglichen Umgebung treu geblieben, eine tropische Dschungel-Lehre eben. Mit der Abholzung der Regenwälder aber kam auch diese Lehre in existenzielle Konflikte und der Machtanspruch der orange- und safran-farbig Umwickelten stieg rasant. Dogmatik machte auch hier die Lehre eines einfachen Lebensweges letztlich zur Religion der Macht. Die Phii wurden immer ungehaltener und auch aggressiver, sie begannen überall ihr Unwesen zu treiben. Eine Beschwichtigungswelle (Tamboon)  nach der andern machte zwar die Tempel reicher und reicher, aber interessanterweise deswegen die Phii nicht umgänglicher.

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Jeder kann hier jederzeit in den Shanga (Gemeinschaft der buddhistischen Übenden/ Praktizierenden = Mönchsorden) eintreten, wenn er die orange- oder safran-farbige Robe anzieht und das Gelübde ablegt. An sich eine gute Sache, welche ganz dem letzten „edlen Pfad“ entspricht, nämlich sich in Sammlung, Konzentration und Meditation den „Vier Edlen Wahrheiten“ sowie dem „Edlen Achtfachen Pfad“ des Buddha zu widmen. In der Tradition wünscht sich jede Familie, dass mindestens ein männliches Mitglied die sogenannte „Zuflucht zu den drei Juwelen“ für eine begrenzte Zeit sucht, nämlich die Zuflucht zu Buddha, zur Dharma (Lehre) und zum Shanga. Aber nur wer das aus tiefster innerer Überzeugung tut, gilt als Buddhist.

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Man hört immer mehr, dass eben diese innere Überzeugung mit Arbeitsscheue bis hin zu kriminellen Machenschaften verwechselt wird, was die Tempel immer öfters zu Auffangbecken von gescheiterten Existenzen macht. In einer höchst korrupten Gesellschaft blüht selbsterklärend der „Ablasshandel“ und spült ungeahnte Reichtümer in die Tempelkassen. Da verwundert es nicht, wenn junge Mönche, aber auch ältere Äbte die „Zuflucht zu den drei Juwelen“ zu wörtlich nehmen und sich an den Juwelen bedienen. Interessant ist es immer wieder zu beobachten, wie sich die orange Farbe auffällig unter die Kundschaft in den IT-Centern mischt. Eine erfolgreiche „Zuflucht“ Jugendlicher manifestiert sich oft im Besitz von neuen Mobile-Phones, Tablets oder Laptops beim Verlassen des Tempels.

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Greifen sie dann doch zu schamlos zu,

die Mönche, kann es durchaus sein, das ein neuer Skandal das Land erschüttert. Nenkham der Mönch hat 2013 den wohl grössten Skandal in der Geschichte Thailands verursacht, soeben wurde er endlich von den USA ausgeliefert, wohin er ins Exil flüchtete. Hier seine Geschichte:

Seine enorme Fähigkeit, den Menschen Vertrauen zu schenken, hat viele Reiche aus Bangkok dazu bewogen, Nenkham ihr Schwarzgeld anzuvertrauen. Er versprach ihnen, ihr Geld mit dem Segen Buddhas reinzuwaschen. Und man staune, es waren gegen 100 Millionen, Dollar, nicht Baht. Das war nun die Version „hinter der Hand“…die offizielle lautete: der Mönch Luang Pu Nen Kham als Vorsteher des Wat Pa Khanti Tham in Sisaket hat das gesammelte Geld zur Errichtung des grössten Smaragd– Buddhas in Thailand veruntreut, auf ausländische Banken transferiert (10 Bankkonten!), einen Teil aber selbstsüchtig in Luxusgüter hier im Lande angelegt. So hat er sich zwischen Bangkok und Sisaket im eigenen Jet transportieren lassen, man spricht von 60 Luxuslimousinen, und er besass sogar ein iPhone!…Deshalb nennt sich das Ganze auch „the Luxirous Monk Scandal“. Thailand ist empört. Die neuesten Aufdeckungen seien Drogen und Sex mit Jugendlichen, dieses eine kompromittierende Foto (so ein richtig herrlich-unscharfes Denunzianten-Bildchen) wurde zwar mittlerweile von seinem Bruder beansprucht….

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Auf jeden Fall hat die ganze Story dem Ansehen der thailändischen Mönchsgemeinde (Shanga) schwer geschadet, offenbar auch einigen einflussreichen Leuten an der Spitze des Landes. Eine Zeitung schrieb zu diesem Thema: „Wozu braucht ein berühmter Mönch ein Luxusfahrzeug? Die DSI (Department of Special Investigation) lässt bei ihren Ermittlungen nicht locker und hat eine Liste von 488 Luxusfahrzeugen veröffentlicht. Eigentümer sind neben hochrangigen Polizeibeamten, Militärs (ja genau, richtig gelesen), Geschäftsleuten und Politiker auch ein bekannter Mönch und Prediger.“ Das war noch vor dem Militär-Cup!

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Wenn ich in der Nacht alleine auf meiner Veranda sitze

und diese Phii-Leuchtwesen in schillernd fluoreszierenden Farben vorbeihuschen oder fliegen, versuche ich mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Und siehe da, sie erzählen mir ihre Nöte und die Gründe des nicht Loslassen Könnens. Da gibt es noch so viel Unerledigtes was sie zurückhält, zwischenmenschliche Katastrophen die nie bereinigt wurden. Im Grunde genommen sind sie in dieser Zwischenwelt dieser Grundidee des friedlichen Zusammenlebens wieder sehr nahe. Wir könnten viel von ihnen lernen, aber viele haben lieber Angst und bezahlen.

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Baang war unsere Nachbarin,

sie war eine grosse Seele von einem Menschen und litt an einer Nierenschrumpfung. Sie kam jeden Tag und sass stundenlang in unserem Garten bis sie starb. Die Abende nach ihrem Tod und den Feierlichkeiten sass ich wie immer alleine auf meiner Veranda, und sie sass auf dem Mäuerchen an derselben Stelle wie zu Lebzeiten. Ich erklärte meiner Familie, dass Baang und ich noch eine Weile brauchten, um uns anzulächeln. Diese einfache Erklärung öffnete mir den Weg, mit meinen Leuten anders über die herumschwirrenden Phii zu reden. Vor allem erkläre ich immer wieder, dass ich vor den Phii keine Angst habe, denn nur meine Ängste würden mein Leben wirklich negativ beeinflussen, ein Phii nimmt mir keinen Reis weg. Es entstand sozusagen eine Phii-Gesprächskultur, zaghaft zwar und immer noch sehr angstbehaftet, aber immerhin.

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Jetzt wäre es an der Zeit,

auf die verschiedenen Phii-Spezies im Detail einzugehen. Da gibt es die Phii Grasü als alte Hexenweiber, oder die Phii Tai Thang Glom mit ihrem Liebeszauber, oder die heimatlosen Phii Pret, oder die Phii Lang Gluang die sich gerne ihre offenen, mit Würmern durchsetzen Rücken kratzen lassen. Und dann noch der wichtigste Phii Khwang, der persönliche Schutzgeist eines jeden Thai. Auf mehr Details und Erklärungen verzichte ich jetzt aber aufgrund des jetzt schon sehr lange geratenen Blogs.

Von einem Konflikt,

den ich mit meinem Umgang mit den Phii habe, muss ich aber noch berichten. Die Thais wissen, dass wohlgestimmte Phii die richtigen Lotto-Zahlen einflüstern oder sonst wie übermitteln können. Das ist für viele eine dramatische Herausforderung, ihre Ängste zu überwinden und sich für ein paar Zahlen mit den Phii gut zu stellen. In einem Dorf in der Nähe hatte vor zwei Jahren ein Phii von einem jungen Menschen Besitz ergriffen und ihm die richtigen Zahlen zugeflüstert, das Dorf wurde sozusagen über Nacht zum Lotto-Millionär. Mit einer grossen und geheimen Prozession wurde dem Phii gedankt, man bat ihn aber in einem exorzistisch anmutenden Zeremoniell, den Körper des Jugendlichen wieder zu verlassen. Es war das erste Mal in diesem Land, dass mir an einem Anlass das Fotografieren verboten wurde, wohl aus Angst dass Fotos in den sozialen Medien auftauchen könnten.

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Da ich selber keine Angst vor den Phii und mit ihnen schon beinahe eine Gesprächskultur habe, erwartet meine Familie nun jeden Monat zweimal, dass ich die richtigen Lotto-Zahlen liefere. Mit mir wollen aber die Phii ums Verrecken nicht über Zahlen sprechen ……!

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Die letzten vier Blogs:

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang
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Gold, die goldigen Damen Thong
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Eine ganz normale Katastrophe
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Der Mann mit den Bäumen
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Andi

 

Der Mann mit den Bäumen

Der Mann mit den Bäumen

Eine Geschichte beginnt oft mit einer Geschichte;

dies kann ein Zeitungsartikel, ein Buch, ein Bild, aber auch eine Fotografie sein, wie wir später noch sehen werden. Das Leben besteht aus unzähligen Geschichten welche wiederum neue Geschichten auslösen, sich weiter entwickeln, ein nächstes Kapitel aufschlagen und schreiben. Jede Geschichte, die einen tiefen Eindruck hinterlässt, hat sozusagen eine Vorbildfunktion und ist meistens sehr prägend für weitere Schritte im Leben. Ein Buch, welches mein Leben nachhaltig prägte ist „Siddhartha“ von Hermann Hesse, ein Beispiel von vielen. Für Robert ist es „Der Mann mit den Bäumen“ des französischen Autors Jean Giono aus dem Jahre 1953. Und diese Geschichte hatte es in sich für Robert, den Naturfreund.

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Diese kleine Schrift erzählt die Geschichte des einsamen Schäfers Elzéard Bouffier,

der mit grossen aber erfolgreichen Bemühungen eine karge Berggegend in der Provence in Frankreich wieder aufforstet. Nach vier Jahrzehnten unbeirrtem Bäume pflanzen des Schäfers hat die Gegend wieder mit Wasser gefüllte Brunnen und die Menschen kehren zurück und siedeln sich wieder an. Wasser ist Leben, wie Robert heute richtig bemerkt.

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Robert’s Geschichte beginnt in der Gärtnerei seines Vaters

im fruchtbaren Ostschweizer Mittelland. Da wuchs er auf, und sein Vater führte ihn in die Geheimnisse der Natur ein. Schon während der Schulzeit steckte er Eicheln in den Boden und hegte und pflegte die Jungbäume, welche heute zu stattlichen Eichen in der Region herangewachsen sind. Robert kennt heute noch die genauen Standorte dieser Bäume, alle. Er würde sie Dir sofort zeigen können, jeden.

Im 10. Schuljahr kam in einem Deutsch-Lesebuch die Geschichte von Giono daher, Robert begann von Bäumen und vom Reisen zu träumen. Er entschied sich, wie sein Vater Gärtner zu werden. Vier Jahre später, zwei Monate vor Abschluss der Berufslehre kurz vor den Prüfungen schlug das Schicksal zu, gnadenlos. Nach einer schweren Rückenmark-Infektion war der junge Mann gelähmt. Rehabilitation in der Spezialklinik, Rollstuhl, monatelanges Training, Depressionen, Entscheidung, Akzeptanz und Auferstehung. Er entdeckte, dass ihm ja seine beiden Hände geblieben sind, mit denen wollte er etwas bewirken, etwas Positives tun, sein Leben neu gestalten. Und er machte sich auf den Weg.

Zuerst absolvierte er eine dreijährige kaufmännische Lehre, danach eine weitere Handwerker-Lehre als Sattler, beide mit Bestnoten erfolgreich abgeschlossen.

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Dann trafen wir uns.

Ich war gerade mit meinem Hund unterwegs, in der weiten Ebene des Flusstales hinter unserem Dorf im Thurgau, da kam er herangerast wie ein skurriler Ben Hur der Neuzeit. Er, vornübergebeugt in seinem Rollstuhl, vorne der riesige Schäferhund in ledernem Zaumzeug, ein imposantes und unvergessliches Bild. Wir wurden Freunde.

Er hatte soeben seinen Job als Sattler verloren, weil er laut darüber nachdachte, sich selbstständig zu machen! Damals in meiner kleinen Holzwerkstatt (Musikinstrumentenbau) startete Robert seine eigene Sattlerei. Und sie wurde zu seiner Erfolgsgeschichte. Was mich von Anfang an bis heute immer wieder beeindruckte, ist seine unglaubliche Willenskraft, welche ihn mit der Zeit auch an Stöcken fortbewegen liess.

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Die Geschäfte von Robert liefen ausgezeichnet,

es wurde Zeit die Träume zu erfüllen. Er begann mit seinem Rollstuhl die Welt zu entdecken und landete eines Tages in Südost-Asien, Singapur, Malaysia, Langkhawi….und dann Thailand. Über all die Jahre hatte er sich viel Wissen über den symbiotischen Zusammenhang von Wasser – Bäumen – Leben zusammen getragen und er betrachtete die Welt hauptsächlich aus dieser Sicht. Es war das was ihn interessierte und antrieb, die für ihn als behinderten Menschen doch eher beschwerlichen Expeditionen in die abgelegene Natur dieser Länder voranzutreiben. Und er wurde fündig.

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1945 betrug die Waldfläche Thailands 61%,

1986 waren es noch 28%, laut Weltbank 2013 immerhin wieder 32%. Obwohl 1899 alle Wälder Thailands zu ihrem Schutze zu Staatseigentum unter Protektion des Königs erklärt wurden, ist die Abholzung der Regenwälder eine weitere unrühmliche Geschichte von Gier und Korruption, aber auch von Bevölkerungswachstum, Agrarpolitik, Landbesitz-Politik und illegalem Holzschlag. Dereinst galten der Isaan und Nordthailand als die fruchtbarsten, wasserreichsten Gebiete – nach dem massiven Kahlschlag der 80er und 90er Jahre sieht das heute bekanntlich anders aus. Das alles wusste Robert als er vor über 22 Jahren das erste Mal in der Region Sukhothai/Tak (Nord-Thailand, nahe der West-Grenze zu Myanmar) eintraf.

Dort befreundete er sich mit einem Thai mit dem Namen Anurak, der ein abgelegenes Kinderheim führte, und sie beschlossen gemeinsam einen Regenwald anzupflanzen und aufzuforsten, die Früchte des Schäfers Elzéard Bouffier waren herangereift. Robert sah die Chance, den in weiter Ferne errungene Wohlstand hier in etwas Gutem anzulegen: Wald und Wasser für die Zukunft. Teilen!

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Auf einem Grundstück von 60 Rai,

das sind ca. 10 Hektaren, wurden etwa 20 Pionier-Bäume angepflanzt, 5000 an der Zahl, die weiteren Baumarten sollten mit der Zeit durch die Vögel und andere Tiere eingebracht werden. Und Robert’s Regenwald wuchs in rasantem Tempo, die Natur dankte es mit einer Fülle und Pracht wie es nur in den Tropen möglich ist. Aber Robert hatte die Rechnung ohne den Wirt, sprich Thai gemacht. Es wurde zu einem langwierigen Kampf gegen die Gier und Missgunst der Landbevölkerung in der Umgebung. Bäume wurden gestohlen, abgehackt, ganze Waldstücke immer wieder mutwillig abgebrannt, geplündert, zerstört – harte und sanfte Rückschläge, wie er es nennt. Aber er forstete – aus der Ferne immer wieder angereist – beharrlich wieder auf, lernte die thailändische Sprache in Wort und Schrift, erklärte, informierte, erzählte den Kindern in den Schulen von den Bäumen, versuchte die Bauern in der Nachbarschaft zu überzeugen, dass ein Wald der wichtigste Wasserspeicher überhaupt sei. Irgendwann musste ein hoher Schutzzaun und eine Brandschutz-Strasse um das Waldstück gebaut werden.

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Ich besuchte den Wald das erste Mal als er 18 Jahre alt war.

Ich war gerade mit meinem Sohn auf einer ausgedehnten Thailand-Reise unterwegs, Robert gab uns eine gute Ortsbeschreibung und wir flogen nach Sukhothai, von dort nach Thungsaliam zu Roberts Wald. Ein unvergessliches Erlebnis! Über 90 Baumsorten und viele Tier- und Vogelarten leben in „natürlich chaotischer Zweisamkeit“. Und Robert kennt sie alle, nennt ihren Namen auf Thai und Latein, weiss jedes kleinste Detail, unglaublich. Und diese prachtvollen Riesen-Schmetterlinge!

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In der Zwischenzeit hatte er sich in eine etwas jüngere Thai-Dame verliebt, geheiratet, sie mit in die Schweiz genommen. Der Entschluss, gemeinsam nach Thailand zu ziehen, den Lebensabend zu geniessen und dem Wald zu schauen, scheiterte. Sie reiste zurück in die Schweiz zu ihrem Liebhaber, Robert blieb und kämpfte weiter um seinen Wald, bis heute. Aus gesundheitlichen Gründen nun etwa die Hälfte des Jahres hier, die andere Hälfte in der alten Heimat. Kürzlich erst wurde sein „thailändisches Lebenswerk“ mit zwei Dokumentarfilmen eines thail. Fernsehsenders honoriert (in Thai gesprochen, eine übersetzte Version ist in Arbeit und wird auf der Webseite erscheinen- Webadresse am Schuss).

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In den letzten Jahren ist diese Welt heisser geworden.

Während die einen Gescheiten in der „ersten Welt“ noch über das Phänomen „Global Climate Change“ diskutieren und es für politische Zwecke missbrauchen oder gar als Verschwörungstheorie verleugnen, findet dieses hier in der „dritten Welt“ einfach statt, einfach so und eindeutig. Es waren die Tage des Songkran 2016 (Thailändisches Neujahr Mitte April), während in den Grossstädten mit Wasser um Sanook (Spass) gekämpft wurde, standen die Bauern hier zum ersten Mal „seit Menschengedenken“ – so die Alten – vor leeren Wasserlöchern. Unser Dorf hatte kein Wasser mehr! ..und so erging es 4000 anderen Dörfern im Lande. Robert’s Erklärung: ein tropisches Land mit nur noch 30% der ursprünglichen Bäume kann die immer stärker werdenden Wetter-Phänomene nicht mehr auffangen. Kein Wald = keine natürlichen Wasserspeicher = kein Wasser = kein Leben = eine einfache Kalkulation der höchsten Intelligenz dieses Planeten!

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4 Tage nach meinem 14. Geburtstag,

im Jahre 1968, sah ich zum ersten Mal ein Foto unseres Planeten, aufgenommen aus der Apollo 8 mit einer  Hasselblad, wie mein Vater als Fotograf auch eine hatte. Ich war absolut fasziniert, ein unvergessliches Foto, prägend für mein weiteres Leben. Im selben Jahr wurde der Club of Rome gegründet, welcher vier Jahre später eine umfangreiche Studie zu den „Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte, neben dem Lederstrumpf das wohl dickste Buch das ich als Jugendlicher las.

Immer mehr Aufnahmen unseres Planeten in immer besserer Qualität tauchten auf, eine grün-blau-weisse Kugel, dahinschwebend in der unendlichen Stille des schwarzen Alls. Stundenlang konnte ich diese Bilder betrachten, für mich eine erste Definition des inneren Friedens. Etwas ist mir dabei aufgefallen: man konnte keine Lebewesen auf der Erde erkennen, keine Tiere, keine Pflanzen, keine Menschen, nichts ausser sich leicht verändernde, oszillierende Farbnuancen. Das grosse und unerklärbare Wunder! Die Schönheit in Perfektion!

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In meiner Fantasie sah sie schon vor Millionen von Jahren so aus

und wird auch in Zukunft, von aussen betrachtet, immer so aussehen, was auch immer diesen einmaligen Planeten auf der Oberfläche kratzt. Und es hat oft gekratzt: Vulkanausbrüche, Plattenzusammenstösse, Entstehungen und Untergänge von Lebensformen, Verwerfungen von Landmassen, Fluten, Hitzewellen und Eiszeiten. In der „Timeline“ der Erde oft nur Sekunden, so auch der Homo Sapiens – nur ein Sekundenfurz! Und was dieser Mensch in den letzten 150 Jahren – ein Bruchteil einer Sekunde seines Daseins – angerichtet hat und es noch in seiner Überheblichkeit als „die Kultur- und Industrialisierungs-Revolution zur Beherrschung des Planeten“ bezeichnet, ist schon erstaunlich.

Vor über 40 Jahren schlug ich mich voller Enthusiasmus auf die Seite der Retter des Planeten und erntete unzählige Kopfnüsse. Heute teile ich die Meinung des amerikanischen Satirikers George Carlin der sagt: „save the planet? what a bullshit! ….der rettet sich schon von selbst, wie gehabt. Wir sollten vielleicht eher darüber nachdenken, wie wir uns vor uns selber retten“. In diesem Sinne ist Robert’s Werk – sein Regenwald in Nordthailand – eine hoffnungsvolle Option, ein starkes Beispiel für eine nicht ganz unwichtige Sache in diesem Lande, und auf dem ganzen Planeten.  Drei Tage vor Songkran wurde übrigens sein Wald wieder grundlos angezündet, mit einer verheerenden Zerstörung bei dieser Hitze.

Die Webseite von Robert und seinen Waldprojekten in Thailand:

www.regenwald-thailand.ch

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Eine ganz normale Katastrophe

Eine ganz normale Katastrophe

Vor einiger Zeit

habe ich mich mit einem der berühmtesten Weihnachtslieder befassen müssen, aus rein musikalischen Gründen. In diesem Zusammenhang habe ich nachgelesen, dass der Komponist dieses Lied während extrem heissen sommerlichen Temperaturen, mehr aus einer Spielerei heraus, schrieb. Er hoffte, es würde ihm kühler werden, wenn er über Eskimos und Schneeberge nachdachte.

Also, dachte ich mir, probierst das gleich mal hier aus, in dem heissen Lande wo du dich so sauwohl fühlst. Denn ich liebe dieses Klima, vor allem wenn ich an meine Freunde in Europa denke, welche alle Jahre wieder dieses Knochen- zersetzende, kalt-nasse Wetter geniessen dürfen/müssen. Und ich begebe mich auf dünnes Eis, vielleicht auch Glatteis, wie man’s nimmt – es soll ja etwas Abkühlung bringen.

Die geneigte Leserschaft

hat sicher bemerkt, dass ich gerne recherchiere, ein Relikt der Warum-Kultur, welches ich von Europa mitgebracht habe. Das Warum existiert hier nicht, und gerade deshalb frage ich mich…. warum? Ich liebe die grossen kulturellen Unterschiede auf dieser Welt, und ich meine das absolut wertefrei! Aber ich frage hier trotzdem immer wieder nach dem Warum, damit ich die „Thainess“ und deren ganz normale Katastrophen des Alltags besser verstehen lerne.

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Die Wurzeln der „Thainess“ liegen Jahrhunderte zurück,

in einer feudalen Zeit, wo die Gesellschaften aus praktischen Gründen in Herrschende und Sklaven aufgeteilt waren. Vieles deutet heute darauf hin, dass die Sehnsucht nach diesen Werten rapide anwächst, nachdem man der ständigen „Warums“ der Weltgemeinschaft überdrüssig geworden ist. Die Strände sehen wieder so idyllisch aus wie im Mittelalter und es wurde von Regierungsseite her schon einige Male von einer Schliessung, sprich Abschottung, des Landes gesprochen.

Mit einem kritischen Seitenblick nach Europa ist grundsätzlich gegen solche Rückwärts-Bewegungen nichts einzuwenden. Da ist der geistig-seelische Mensch offensichtlich auch irgendwo im Mittelalter stecken geblieben. So betrachtet könnte man die politischen Bewegungen in Europa als eine Art Wiedervereinigungs-Tendenz des Intellekts mit seinen Ursprüngen interpretieren.

In einer feudalen Gesellschaft wird befohlen und gehorcht – ohne Fragen, ohne „Warums“. Daraus entwickelt sich ein eigenartiges Schulsystem. Denn aus pädagogischer Sicht gibt es keine Lernprozesse ohne das „Warum“. In unserer Dorfschule darf kein Kind nach dem „Warum“ fragen, auch nicht: „Herr Lehrer, das habe ich nicht verstanden, könnten Sie’s bitte nochmals erklären?“ Nein, das geht nun wirklich nicht! Vor allem nicht für einen Lehrer, der, wie auch immer, in die Mittelschicht aufgestiegen ist und mit seiner 7-Millionen-Kreditwürdigkeit erhaben und selbstgefällig über jedem im Dorfe steht. Dafür hat die feudale Gesellschaft auch einen hervorragenden Selbstschutz erfunden: den Gesichtsverlust!

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Ich als Pädagoge wusste schon damals in meiner Heimat:

ein Lehrer weiss alles, kann alles und macht keine Fehler! Diese Erkenntnis ist hier Doktrin!…und jeder Schüler übernimmt das sofort als eine Art Überlebens-Strategie und integriert es in sein praktisches Leben. Diese Doktrin, gepaart mit dem Gesichtsverlust, ist DER Schutzschild schlechthin für das tägliche Leben – keine Fehler, keine Fragen, keine Diskussionen, keine Auseinandersetzungen, keine Kompromisse, keine Rücksichtnahme, keine Empathie, und selbstredend keine Demokratie – das noch so nebenbei.

Und das führt mich einen Schritt weiter auf das dünne Eis, nämlich zum Pinocchio- Effekt.

Immer mehr Thais haben lange Nasen!

Die Grossstädte und ihre Einwohner sind der Massstab aller Dinge auf dieser Welt! Dort sitzt die Macht des Geldes, von hier aus werden die Geschicke des Landes gesteuert. Hier sitzen auch die Medien und TV-Sender als Triebfeder der Konsum-Indoktrinationen und Meinungs-Manipulationen. Hier entstehen diese unsäglichen Soaps nach amerikanischem Vorbild, die täglich über Millionen von Fernsehkisten in die Hütten flimmern und unverblümt die neuesten Konsumwünsche lancieren…..und alle öffentlichen Personen im Film- und Nachrichten-Business hierzulande haben…lange Nasen.

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Mit den langen Nasen hat es nun folgendes auf sich:

die „angeborene“ Thai-Nase ist, mongolisch-asiatisch geprägt, eher eine platte, oder wie wir sagen würden, eine „Stups-Nase“. Es sind wunderschöne kleine Nasen, die perfekt in die Gesichter dieser Menschen passen. Das sage ich.

Mit der „westlichen Überflutung“ Thailands haben sich in den letzten Jahrzehnten auch neue sogenannte Schönheits-Ideale eingenistet, westliche eben: lange Nasen, weisse Haut, und die zierlichen kleinen Thai-Busen müssen durch Silikon-Ballone ersetzt werden. Alle Schauspieler und Moderatoren, männliche wie weibliche, zeigen sich deshalb vorteilhaft mit langen Zinken in weissen maskenhaften Gesichtern, bei den Damen schwebt das Ganze über einem ansehnlich aufgepumpten Dekolleté. Selbstverständlich, über Geschmack und Ästhetik lässt sich bekanntlich streiten. Unglaublich ist, dass sich diese Schönheitsideale auch tief in die Köpfe der einfachen Landbevölkerung eingegraben haben, und immer wieder zu diesen unsäglichen Diskussionen führen.

Mich interessiert mehr, welche vorbildlichen Werte diese Langnasen-Soaps in die beinahe leeren Wohnräume der Bauernfamilien hier auf dem Lande transportieren. Erstens einmal eine Art kollektiver Minderwertigkeits-Komplex einer dunkelhäutigen, plattnasigen Landbevölkerung. Dieser wird dann noch verstärkt, wenn die junge, hübsche Nachbarstochter irgendwann aus Pattaya, Bangkok oder Phuket zurückkehrt und stolz ihre lange, von einem Farang finanzierte Nase präsentiert. Da die Nase nun ja länger ist, muss sie auch etwas höher gehalten werden, und die junge Madame steht nun eindeutig über ihren zu Hause gebliebenen Freundinnen.

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Das hat oft eine groteske Auswirkung auf die dörflichen Sozialstrukturen.

Auf der einen Seite die radikale Vereinsamung der „langnasigen Madame“, welche mit ihren verqueren Schönheitsidealen ihre natürliche Schönheit ans Messer geliefert hat. Damit watschelt sie nun wie eine Ente in Designerkleidern und hochhackigen Schuhen durchs Dorf, ihr neues Selbstbewusstsein demonstrierend. Auf der anderen Seite kämpft Bewunderung mit Neid und Missgunst. Aber wieder zurück zu den Soaps.

Viel eindrücklicher sind die Beispiele der Problemlösungen, welche die Soaps anbieten. Da die in einer reichen Hightech-Umgebung lebenden Protagonisten ja auch alle alles wissen, alles können und bestimmt keine Fehler machen, herrscht ganz einfach der „Krieg auf der Leinwand“. Diese hasserfüllten Ausdrücke auf den Gesichtern der langnasigen Schönheiten sind weltweit unerreicht. Die von Gier angetriebenen Familien-Clans hassen und bekämpfen sich, und jede junge Liebe wird gnadenlos zwischen den Fronten zermalmt. Das mag wohl auch der Grund sein, dass hierzulande von höchster Stelle das Glücklich-sein befohlen wird…..

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Diese Soaps hüpfen plötzlich aus dem TV in die Köpfe,

und toben sich mitten unter uns aus!  So hier im Dorfe auf eindrückliche Weise geschehen. Das beginnt damit, dass unsere Enkelin erst einmal dieses unsägliche Fernseh-Gesicht aufsetzt, wenn ihr etwas nicht passt. Da hier die Kindererziehung eher unbekannt ist, passt vieles nicht und entsprechend ist dieser nachgeäffte empörte Gesichtsausdruck häufig. Aber das ist noch harmlos.

Über zwanzig Jahre lebte sie hier, die nette kleine Bauernfamilie.

Er ein stiller Bauer mit Passion, ein richtiger Naturmensch, sie eine kleine, etwas rundliche, humorvolle und warmherzige Bäuerin, von allen geachtet und geliebt. Er heiratete in ihre Familie ein, welche wohl ein Haus, aber kein Land besass. Der Schwiegervater fuhr als Kleinunternehmer – als einer der Ersten in der Gegend – ein eigenes Taxi. Später wurde er Gemeindepräsident und übernahm nach dieser Laufbahn als älterer, weiser Mönch die Geschicke des Dorftempels.

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Der bäuerlichen Tradition entsprechend zog der junge Bauer ins Haus seiner neuen Gemahlin. Kurz darauf erlitt sein Vater einen Schlaganfall, der ihn bis ans Lebensende gelähmt ans Bett fesselte. Die Familie, vor allem die Schwester des Bauernsohnes, beschlossen, dass der junge Mann fortan die elterlichen Felder bestellen soll. Diese Aufgabe übernahm er mit grosser Freude. Bald wurden ein Sohn und eine Tochter geboren. Die Arbeit war hart, ein kleiner einachsiger Traktor war alles, was sich die Familie je leisten konnte, alles übrige Geld floss in die medizinische Versorgung des gelähmten Vaters. Aber die Felder ernährten beide Familien. Das Leben blieb sehr einfach und bescheiden.

thainews-der-bauerDie Schwester des Bauern, die eigentliche Landbesitzerin, arbeitete in den Fabriken Thailands und Süd-Koreas, nachdem sich ihr Ehemann schon zu Beginn der Ehe zu Tode gesoffen hatte. Das dort verdiente Geld floss zurück in die Familie, wo ihre beiden Kinder nun aufgezogen wurden. Eines Tages brachte sie einen Farang mit ins Dorf. Nach vielen Besuchen und einer daraus entstandenen tiefen Freundschaft mit der Bauernfamilie, lebt der Farang nun hier im Dorf, er und die Schwester des Bauern hatten sich ineinander verliebt.

Die Jahre gingen ins Land,

mit dem Farang kamen ein paar Annehmlichkeiten in die Familie. Trotzdem, der Familien-Clan blieb bescheiden, es gab keine Verschuldung, keine Spielsucht, keine Drogen, keine Forderungen, einzig der Bauer guckte mit seinen Freunden ab und zu tiefer ins Glas.

Eines Tages kamen sie, die Probleme. An sich waren es ganz normale Unstimmigkeiten unter Eheleuten, wie sich später herausstellen sollte. Der Bauer und die Bäuerin schwiegen sich zuerst einmal wochenlang an, deshalb gab es gar keine Probleme, zumindest keine sichtbaren, die Familie bekam kaum etwas von diesen Dissonanzen mit. In der Schweigephase aber wurden die sogenannten Freunde mobilisiert. Der Bauer besprach sich mit seinen „besten“ Freunden, den Saufkumpanen – die Bäuerin liess sich von ihren „besten“ Freundinnen beraten. Und jetzt begann die Soap – endlich mal nicht nur im TV – sondern Live, mitten im Dorf!

Alle wollten sie daran teilhaben, alle wollten das Drehbuch mitschreiben, keiner war an einem versöhnlichen Ausgang interessiert – denn wie TV-Vorbilder zeigen: es gibt keine Soap mit Happyend! Und es ging ab in die Vollen……jede/r projizierte  seine aufgestauten, nicht erfüllten Sehnsüchte in haarsträubende Vorschläge für die beiden Eheleute, der allgemeine Neid und die schon lange gärende Missgunst brachen offen aus. Die Spirale drehte sich immer schneller zu einem heulenden Inferno. Die Bäuerin wurde eines Morgens mit samt dem kleinen Familienvermögen, welches für die anstehende Reisernte gedacht war, aus dem Dorf katapultiert. Alle ihre Freundinnen applaudierten sich selber, beglückwünschten sich zu ihren hervorragenden Ratschlägen. Die Freunde des Bauern besoffen sich und der Bauer selber, verlassen und dem Dorfklatsch ausgeliefert, zog zu seiner Schwester und dem Farang, mitsamt Traktor und Gerätschaften. Die Familie war mit einem riesigen Knall auseinander geflogen! Gesichtsverlust total!

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Nun griff die Soap vollends auch auf die Familienmitglieder über,

die beiden über 70-jährigen Schwiegermütter hassten sich nun nach zwanzig jähriger Freundschaft „Soap gerecht“, die beiden schon erwachsenen Kinder waren schwer verunsichert, ihre Mutter sei nun in Phuket und suche sich dort einen Farang, hiess es. Das hatte sofort den klaren Status einer Hure. Von dort aus belieferte diese ihre Freundinnen im Dorf mit längst verjährten Anschuldigungen gegen die ganze Familie des verlassenen Mannes mit der Absicht, ihren eigenen unwürdigen Abgang zu beschönigen oder zu vertuschen. Das Dorf ist in zwei Lager gespalten, ab und zu platzt ein kleiner Pickel der Gehässigkeit im grossen Lächeln des Dorf-Alltags.

Nach einem langen Gespräch zwischen dem Farang und dem alten Mönch im Tempel, der Vater der abtrünnigen Bäuerin, hatte letzterer nun dieser tragischen Dorf-Soap ein erstes Ende bereitet. Schalter aus – Abbruch, ein Lob der Hierarchie! Und das Eis begann unter meinen Füssen langsam zu schmelzen.

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Anderthalb Jahre später.

Die etwas kühlere Winterzeit ging soeben nahtlos in die erste Hitzewelle über, die Reisfelder lagen brach. Die Zeit der Feste, Zeremonielle und Partys brach an und sollte ihren Höhepunkt mit dem grossen Neujahrsfest Songkran Mitte April haben. Eine Zeit des Balzens und der Brautschau. Die Schwester schenkte ihrem verlassenen Bruder eine Flasche Parfum vom Feinsten. Dieser duftete nun jede Nacht aus dem Hause, wenn alle schliefen, und kehrte erst in den frühen Morgenstunden wieder zurück. Nur das quietschende Rolltor verriet ihn ab und zu, das genügte um den Tratsch und die Spekulationen in der Familie in Gang zu setzen.

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Die Schwester und vor allem ihr Farang witzelten mit ihm über seine nächtlichen Expeditionen. Mittlerweile  war von mehreren möglichen Bräuten die Rede, und es gab sogar Familien im Dorfe, die mit der Mutter des Bauern in Verhandlung treten wollten. Eine gute Partie ist auch hier immer noch eine gute Partie.

Es war der Farang, man staune, der letztendlich herausfand, wer die Angebetete ist. Oder anders herum, es war der Bauer der den Farang eines Tages in eine stille Ecke zog und ihm die umwerfend hübsche Dame auf Facebook vorstellte. Trotz absoluter Verschwiegenheit auch von Seiten des Farangs, hat seine Schwester mittlerweile trotzdem herausgefunden, wer die Dame ist und wo sie wohnt. Sie sei eine sehr tüchtige und rechtschaffene junge Frau und lebe noch bei ihren Eltern, hiess es. Die Schwester und ihr Farang, mittlerweile verheiratet, hofften auf eine erfolgreiche Romanze und vertraten damit die Moderne. Der Bauer aber wollte noch keine Zugeständnisse machen, denn er besitze ja nicht einmal ein Heim. Das Land dafür habe er zwar schon gekauft, aber für ein Haus müsse er noch eine Weile hart arbeiten, meinte er.

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Aber da war im Hause auch der Traditionalismus

– Isaan Culture – durch die Mutter, eine liebenswerte Matriarchin, vertreten. Sie, als älteste das Oberhaupt des Clans, organisierte zusammen mit ihren Schwestern und dem ältesten Bruder, die Tanten und der Onkel des Bauern,  eine Brautschau-Reise. Denn es war eben dieser Onkel, der auf seinen Geschäftsreisen in der Nähe eines Stausees eine mögliche Braut gesichtet hatte. Auch sie war geschieden und von wahrhaftigem Bauernstande. Vorgespräche mit ihren Eltern verliefen offenbar äusserst positiv, bald stand ein Datum für die Reise fest. Selbstverständlich wussten weder die Tanten noch der Onkel etwas von der Liebschaft des Bauern im Dorfe, und die Mutter schwieg majestätisch. Der Bauer, schon etwas ob dieser Situation verunsichert, goss das restliche Parfum über sich und seine schönste Kleidung und bat seine zwei besten Freunde ihn zu begleiten.

Des Onkels Pickup machte sich in einer Staubwolke Richtung Stausee von dannen. Einige Stunden später waren sie alle wieder zurück. Wie es denn gewesen sei, wollten wir neugierig wissen. Das Essen sei bei den vorbildlichen Gastgebern vorzüglich gewesen, nur die Braut hätten sie leider nicht angetroffen. Was? Wie das denn? ….die Eltern hätten ihre Tochter aus Angst vor einer Gewaltattacke des Ex-Ehemannes bei Nacht und Nebel nach Bangkok verfrachtet, berichteten alle in fröhlicher Stimmung. Immerhin war es ein gelungener kulinarischer Ausflug, und das hat hierzulande immer noch hohe Priorität.

Nur das schelmische Lächeln und das Leuchten in den Augen des gehörnten Braut-Schauers sprachen Klartext: er war überglücklich. Von einem nächsten Versuch am Stausee wurde nicht mehr gesprochen.

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Zu eben dieser Zeit war, wie oben schon erwähnt, das Fest der Feste, der Songkran

– das Thai-Neujahr. Das ganze Land in Feststimmung, eine Völkerwanderung sondergleichen. Die Anzahl der Verkehrstoten stieg unaufhaltsam in diesen sogenannten „Sieben gefährlichen Tagen“, so wie jedes Jahr. Und überall stiegen die Partys, Wasserschlachten und Morlam-Sing-Konzerte, lautstark zwar aber doch etwas zurückhaltender und gesitteter im Trauerjahr nach dem Tod des Königs.

Am zweiten Tag der Festlichkeiten erschien sie, von der Insel Phuket eingeflogen. Die ehemals kleine, etwas rundliche, humorvolle und warmherzige Bäuerin, die von ihrem Neid Getriebene, nach einem besseren Leben Ausgebrochene war kaum noch wiederzuerkennen. Elegant gekleidet, lange schlanke Beine, neue Frisur, chirurgisch „geöffnete“ Augen und die obligate lange Nase. Nur winzige Fragmente ihres ehemaligen Charmes identifizierten sie als die Person, die sie einmal war. Aber dem Farang, den sie im Schlepptau hatte, schien das sehr zu gefallen. Auch ihre Freundinnen jubelten und sahen sich einmal mehr bestätigt.

thainews-trauerDie andere Hälfte des Dorfes aber verurteilte die Schamlosigkeit und Frechheit der ehemaligen Mit-Bäuerin aufs Härteste. Wie konnte sie nur hier auftauchen und ihre neue Errungenschaft derart vorführen, an dem Ort wo sie einst ihre ganze Familie zerstörte. Er, der Neue, würde ihr im Dorfe ein neues Haus und eine Massagepraxis bauen, liess sie an jeder Ecke verlauten, während dem er gutmütig daneben stand und kein Wort verstand.

Was wäre das Dorf ohne die Gerüchteküche!

Bald machte die Kunde die Runde, dass sie wohl HIV-positiv sei. Das mag trauriger Weise sogar stimmen, denn schon vor Monaten kam sie schwer krank ins Dorf zurück und liess sich im Provinz-Spital untersuchen und behandeln, obwohl sie schon damals behauptete, einen super reichen Farang an der Hand zu haben. Auch in solchen Situationen ist die Wahrung des Gesichts eben wichtiger als die Wahrheit.

Nun hatte der Neue aber im Dorfe einen Bier-Umtrunk mit einem anderen, hier lebenden Farang. Und wie es unter Farangs sein kann – sie sprachen offen miteinander. Der Neue sei zwar sehr sympathisch, aber lebe in seinem Lande noch mit seiner Gemahlin zusammen. Er habe seine neue Liebe erst vor zwei Wochen in einer Bar in Phuket getroffen, nach ein paar wilden exotischen Nächten habe man sich entschlossen, für das Neujahrsfest in ihr Dorf zu gehen, ihre Mutter zu besuchen. Er werde wohl jetzt sein Leben überdenken müssen, Standortbestimmung, Entscheide fällen. Das dürfte dann interessant werden, wenn er mehr über ihr Leben erfährt. Wenn überhaupt. So bleibt gespannt abzuwarten, ob ein neuer Investor ins Dorf kommt.

Im Dorf gäbe es 42 Farangs, so heisst es einstimmig. Aber nur eine kleine Handvoll lebt hier, die anderen sind meist aufgrund eben dieser ganz normalen Katastrophen wieder verschwunden. Diese werden nunmehr als Investoren bezeichnet, denn sie hinterliessen Häuser und Autos, und damit einen erstaunlichen kleinen Wohlstand für ein einst kleines Bauerndorf in einer der ärmsten Gegenden des Landes.

Leider haben die Autoren der TV-Soaps diese ländliche Ressource an Geschichten und Ideen für neue Soaps noch nicht entdeckt. Eigentlich sehr schade.

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Gold, die goldigen Damen Thong

Gold, die goldigen Damen Thong

Gold – auf Thai heisst es Thong

Gold, die goldigen Damen Thong, sie haben ein Jahrhundert Familiengeschichte geschrieben, die drei „goldenen“ Damen im grösseren Umkreis unserer Familie. Da ist unsere Mutter (Mea), Mea Thongyoo- die goldene sesshafte, 73 Jahre alt. Mea Thongmuan – die goldene rollende ist 75, und die Matriarchin mit 103 Jahren heisst Mea Thongsi – die goldfarbene! Alle drei haben vom bäuerlichen Leben tief zerfurchte Gesichter und einen goldenen Humor. Sie haben Generationen aufgezogen und können von einem Thailand erzählen, welches weit ausserhalb unseres Vorstellungsvermögens liegt. Und trotzdem, Mea Thongsi meint schmunzelnd, die Wasserbüffel wären immer die gleichen geblieben. Ergänzend dazu kann man sagen, es sind über die Jahre hinweg immer weniger geworden, heute leben etwa noch eine Million dieser Urviecher im Lande.

In der Thai-Gesellschaft sind die Vornamen wichtiger als die Familiennamen. Die letzteren sind beispielsweise in Thailand nicht historisch entstanden, sondern wurden 1913 per Gesetz eingeführt. Für einige hochrangige Familien suchte König Rama VI. selbst einen Familiennamen aus, die übrige Bevölkerung konnte sich einen eigenen ausdenken. Bei der Registrierung wurde aber darauf geachtet, dass keine Familie einen Namen annahm, der bereits vergeben war. Die Familiennamen sind daher einmalig, es gibt keine besonders häufigen Familiennamen wie z.B. bei uns die Müller‘s, Huber‘s oder Meier’s in Europa.

Die Vor- und Familiennamen

stammen meist nicht aus der Thai-Sprache, sondern aus den religiös-zeremoniellen Gelehrtensprachen Sanskrit oder Pali. Sie haben oft eine segnende, positive Eigenschaft oder Glück verheißende Bedeutung. In vielen Fällen lassen sich Eltern einen passenden Namen (unter Berücksichtigung von Faktoren wie Geburtsdatum und -zeit, Mondphase, Tierkreiszeichen) von einem buddhistischen Mönch vorschlagen.

Bei „unserem“ Familiennamen „Munguanban“ bezweifle ich, dass da ein Mönch seine Finger im Spiel hatte, denn übersetzt bedeutet er so viel wie „der Dung der das Dorf stört“ und ist vermutlich eher auf die grösste Herde Wasserbüffel im Dorfe zurückzuführen, welche einst im Familienbesitze war. Das so nebenbei.

Um die Exkursion zu den Hintergründen der Thai-Namen abzuschliessen, noch ein Blick auf die Spitz- oder Rufnamen (Nickname). Im Alltag werden nämlich meistens nur  diese kurzsilbigen Chue Len (Spielnamen) verwendet und haben in der Regel keinen Bezug zum offiziellen Vornamen. Sie sind oftmals gewöhnliche Wörter aus der thailändischen Sprache, wie Tiere, Blumen, Farben, Spielsachen oder körperliche Eigenschaften usw. Die Tochter meiner Partnerin heisst z.B. mit offiziellem Namen Varinthara – die Intelligente; und mit Spitznamen Nit – die sehr klein Geborene. Mir persönlich gefallen ehrlich gesagt die offiziellen Vornamen viel besser, ich kann mir diese auch viel besser merken als all die Pon, Phong, Pong, Pom…s.

Zurück zu den goldenen Damen,

ihre Namen lassen darauf schliessen, dass Gold schon vor hundert Jahren in Thailand eine wichtige Rolle spielte. Das tat es und tut es heute immer noch. Geld regiert die Welt und Gold Thailand – könnte man sagen wenn man die Geschäftsdichte der nicht zu übersehenden Gold-Shops in Städtchen und Städten betrachtet. Überall leuchten sie uns entgegen in ihrem rot-goldenen, unverkennbaren Design. In unserer kleinen Provinz-Gemeinde (Amphoe) – ich würde es nicht einmal als Städtchen bezeichnen -dominieren vier Gold-Shops neben zwei 7/11 das Strassenbild, neulich sind noch drei Tankstellen dazugekommen, zu unser aller Erstaunen.

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Gold dominiert auch in den Tempeln, von den goldbemalten Friesen bis zu den goldenen Chedis und Buddhas in den bedeutenden Anlagen. Nur die in der Natur und auf den Anhöhen aus den Wäldern ragenden Buddha-Statuen sind weiss. Nicht etwa weil die Erbauer-Gemeinden kein Geld für Gold aufbringen konnten, nein, sie sehen einfach so schön aus, wie man mir erklärte. Interessant ist die kleinere Buddha-Statue, die oft mit sogenanntem Blatt-Gold beklebt etwas „ausgefranst“ aussehend in den Tempeln steht. Diese dünnen Goldplättchen werden von den Menschen in einem Zeremoniell (Tamboon) dem Buddha an die Körperstelle geklebt, an der sie selber ein gesundheitliches Problem haben.  Interessant ist das deshalb, weil man nun anhand der Blatt-Gold-Dichte an bestimmten Körperstellen erahnen könnte, wo es denn den Thais am meisten weh tut!

Die Goldaspekte

der heutigen Thai-Gesellschaft sind interessant und provozieren auch so manche Abwehrhaltung in den Köpfen so mancher Farangs (Ausländer, Europäer, Amerikaner…). Ein erstes, einleuchtendes Gegenargument ist: die Thais (zumindest in der bäuerlichen Gesellschaft)  trauen ihren Banken nicht! Sie tragen ihre „Ersparnisse“ lieber am Körper und haben darüber die Kontrolle. Diese Praxis hat im letzten Jahrzehnt zudem grosse Beliebtheit erlangt, weil der Goldpreis kontinuierlich anstieg. Die Gefahr des Diebstahls ist ihnen zwar sehr bewusst, aber der Ring steckt ja immer noch am Finger………

Eine wichtige Tradition zu Geburtstagen und mittlerweile auch anderen Festlichkeiten ist das Schenken von Gold geworden. Kinder schenken der Mutter, Ehemänner ihren Ehefrauen Gold. Der Goldbesitz wird als eine wichtige Kapitalanlage und Lebensversicherung betrachtet. Meistens werden bestehende Gold– Armbänder, Ringe etc. in einen nächst höheren „Gewichtswert“ umgetauscht, zum Beispiel ein Arm-Geschmeide von 20‘000 Baht Geldwert (THB) hat nach dem Geburtstag plötzlich 40‘000 Baht wert, ist schwerer und sichtbar imposanter geworden. Ich habe den Baht-Geldwert bewusst betont, denn Baht ist auch ein Gewichts-Mass für Gold. 1 Baht Gold sind 15,244 Gramm 96,5%iges Gold was beim Schreiben dieses Blogs ziemlich genau 20‘000 Baht in Geldwert entspricht.

In Zeiten der Not werden solche Kapitalanlagen wieder zu barer Münze umgetauscht. Gerade auf dem Lande bei der ärmeren Bevölkerung wird dieses Gold-Kapital gerne im Alltag zur Schau getragen.

Von vielen Farangs, die diese Hintergründe nicht kennen (wollen), wird diese scheinbare „Gier nach Gold“, wie so manch anderes, meiner Ansicht nach falsch gedeutet. Für die Thais ist ein Farang IMMER reich, und wenn der dann so nett fragt: „was kann ich Dir zum Geburtstag/ Muttertag/Neujahr etc. schenken“ ist die Antwort wohl klar: Gold! Viel Gold!!

Selbstverständlich gibt es sie, die Gier nach Gold,

gerade die jungen Damen in den Sextouristen-Zentren lassen sich von ihren Freiern immer gerne mit Gold behängen. Am Tag des Abflugs ihres „Geliebten“ wandert die Halskette sofort wieder zurück in den Gold– Shop und wird dort mit einer „kleinen Einbusse“ zu Cash gemacht, eine Win-Win-Situation für beide Seiten. In Thailand werden die Goldpreise staatlich festgelegt, jeden Tag. Also sind die Einbussen klar ersichtlich, mal abgesehen von den sich verändernden Goldpreisen. Ein Shop verkauft uns z.B. ein Baht Gold für 20‘100 THB und würde es sofort für 20‘000 THB zurückkaufen. Also eine eher bescheidene „Einbusse“. Interessant ist, dass alle Goldshops die genau gleichen Preise haben, gemogelt wird nicht, denn wer einen Farang oder Thai übers Ohr hauen will, verliert sofort die Lizenz.

Taucht der Herr wie versprochen 6 Monate später wieder auf, hat das nicht mehr vorhandene Schmuckstück zwischenzeitlich halt eben „das Leben der Mutter/ Grossmutter…. gerettet, die in den Spital musste“…….weit oben im Bauerndorf im Isaan….! …….manchmal stimmt das sogar!

Gold spielt auch bei der Heirat

im Bauernstand im Isaan eine grosse Rolle, ob der Bräutigam nun Thai oder Farang ist. Wir sprechen hier nun von der traditionell buddhistischen Hochzeit. Traditionell wird ein Teil des von der Bräutigam-Familie aufzubringenden Brautgeldes (Kha Dong) in Gold beantragt. Beantragt deshalb, weil die Gesamtsumme oft Monate vor der Hochzeit von beiden Familien gemäss ihrem Besitzstand ausgehandelt wird. Die Summe in Baht erhalten die Brauteltern, welche das meiste davon in die Hochzeit investieren, denn diese soll ein berauschendes Fest mit vielen Gästen und grossem Essgelage werden. Mit diesem Fest ehren die Brautleute auch ihre Eltern, welche nun zur Schau stellen können, dass sie „jemand“ sind. Und das ist enorm wichtig in diesem Lande.

Der Goldschmuck, etwa ein Drittel des gesamten Brautgeldes, geht in den Besitz der Braut über und wird als eine Art „Reserve“ für schlechte Zeiten betrachtet. Die „schlechten Zeiten“ werden oft schneller Wirklichkeit als man denkt. Da haut der Mann mit seiner neuen Freundin (Gick) einfach ab und lässt Frau und Kinder stehen, keine Unterhaltszahlung, kein Familien-,Kinder- oder Frauenschutz…..denn die buddhistische Hochzeit ist weder verbindlich noch staatlich abgesichert. Dieses „Ehe-Risiko“ ist auch in einer Statistik belegt, welche besagt, dass das Volk der Thai (Frauen wie Männer, wohlverstanden) die weltweit höchste Fremdgeh-Rate aufweist.

Die jungen Mütter bleiben zurück auf dem Hof der Eltern, denn gemäss der Isaan-Tradition zog der neue Ehemann ins Elternhaus der Frau. Bald sind die Goldreserven in bare Münze zurückverwandelt worden und das Geld zerrinnt im Augenblick, den ein Thai denkt selten an morgen. Aber da ist diese verlockende Option, welche doch bei einigen in den umliegenden Dörfern so hervorragend funktioniert hat: ein Bar-Job in der Tourismus-Industrie!

Angeln sich die jungen verlassenen Mütter

in der Bar in Pattaya dann einen älteren Herrn aus Europa, hat die Familie möglicherweise den „Lotto-Sechser“ gezogen. Nach einem Besuch bei der Familie im Dorf und der Begutachtung der oft armseligen Zustände wird dem „reichen“ Farang oft schnell klar, dass er in seiner letzten Lebensphase zum Retter berufen ist.

Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Farang mit den traditionellen Heiratsgesetzen konfrontiert sieht. Wegen des Brautgeldes ist in der Farang-Szene immer wieder harsche Kritik zu hören: „die Thais verkaufen ihre Töchter“..usw. , denn die Mitgift-Forderungen der Eltern der oft doch sehr jungen Braut sind eben dem „Stand des reichen Farangs“ entsprechend angepasst. Kann man sie deswegen wirklich anklagen? Gerade in diesem Falle, er meist über 60—sie um die 20 (Frauen kriegen hier ab 14 Kinder) liegen die Verhältnisse doch ehrlich gesagt einfach ein wenig anders als bei zwei verliebten Teenagern.

Thailand zwischen Traditionalismus und Moderne

Ich beobachte, dass in respektvollem Dialog die Thais durchaus interessiert sind, ihre Traditionen genauer anzuschauen oder gar zu hinterfragen. Ich habe von einer interessanten Mitgift-Lösung gehört, wo der Farang gute Versicherungen für die Braut-Familie abgeschlossen haben soll. Zudem wäre da noch die staatlich anerkannte Hochzeit, und zwar sowohl auf dem Thai- wie auch auf dem Farang-Standesamt, was einer Braut unter Umständen soziale Sicherheiten der neuen Bürgerschaft einbringt.

Die Thais haben zwei menschliche Eigenschaften, die ich höchst schätze. Zum einen sind sie nicht nachtragend. Es wird zwar mit allen Mitteln versucht, etwas zu erkämpfen und durchzusetzen. Scheitert das durch ein klares Nein des Farangs, ist es für immer vom Tisch. Keine Ressentiments, keine schlechte Stimmung, keine offengetragene Enttäuschung. Das dürfte auch bei der Mitgift-Frage so sein.

Die zweite Eigenschaft ist der Sinn für Humor. Ich selber, damals in den Heirats-Verhandlungen stehend, fragte unsere Mutter Mea Thongyoo – die goldene sesshafte – wieviel sie mir den für ihre Tochter bieten würde, denn diese sei ja immerhin zweifache Grossmutter und wohl nicht mehr ganz so frisch…….augenblicklich breitete sich dieses goldene, herzhafte Lachen auf ihrem zerfurchten Gesicht aus, die ganze Familie lachte und lachte, die Gold Gehänge schüttelten und klimperten – und das Thema war vom Tisch.

PS

das Beispiel im letzten Abschnitt nenne ich eine „humoristische Umkehrung“ – ein kleiner persönlicher Tipp an hier lebende Farangs – funktioniert (fast) immer, ist allemal besser als in die typische Farang-Abwehrhaltung zu gehen, die nur in Gesichtsverlusten auf beiden Seiten enden kann.

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Oder eine nicht ganz alltägliche Hochzeitsgeschichte in Südostasien,

beruhend auf wahren Tatsachen, zum einjährigen Hochzeitstag von Nicha und Andi.

Vorspiel.

Für ein letztes Dokument reisten sie in die Hauptstadt, die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang. Vor beinahe neun Jahren haben sie sich kennen gelernt, aus der langjährigen Freundschaft wurde erst eine Wohngemeinschaft und ein Jahr später eine amouröse Lebens-Partnerschaft. An sich hätten die zwei in dieser Konstellation weiter leben können, von der bäuerlichen Dorfgemeinschaft problemlos akzeptiert und respektiert, und es gab auch kein Konkubinats-Verbot.

Hätte, wenn nicht der Mächtigste des Landes aufgrund des anhaltenden Ungehorsams seiner Untertanen drohte, er würde das Land allenfalls schliessen wollen. Diese Drohung wurde von Regierungssprechern sofort relativiert und landete in der Kiste der witzigen Ausrutscher. Schwamm drüber und wieder gut geschlafen allerseits.

Wochen später tauchte diese Recherche eines Journalisten auf, zuerst in Englisch, dann in Deutsch. Sie besagte, dass das Land schon einmal im 17. Jahrhundert geschlossen wurde, die Grenzen dicht gemacht und abgeschottet. Dieser Zustand soll 180 Jahre gedauert haben und für das Land wirtschaftlich sehr erfolgreich gewesen sein, so interpretieren die Historiker. Und alle Farangs mussten damals raus! Durch die Zeilen war zu lesen, dass der witzige Ausrutscher des Staatschefs durchaus ernst zu nehmen sei, denn er wurzle in eben diesen historischen Tatsachen und werde von einer Elite des Landes portiert. 5!

Die Nächte des Farangs wurden wieder deutlich kürzer, in den Hirnwindungen nistete sich ein Szenario ein, welches nichts Gutes versprach. Angenommen, das „Zurück ins Mittelalter“ würde tatsächlich stattfinden und er müsste seine Partnerin, Freundin, Geliebte einfach zurücklassen… undenkbar!

„Ich bin zu alt für einen solchen Scheiss!“, sagte er zu sich und machte ihr ein Heiratsangebot. Ihr Ja-Wort löste eine wilde Dokumentensuche aus, welche wie eingangs beschrieben, auf einem Amt irgendwo in der Hauptstadt endete. Und sie nahm dort auch ein abruptes Ende, weil auf mindestens der Hälfte der mitgebrachten Dokumente ihr falscher Name und das falsche Geburtsjahr standen. Nicht gesehen da nicht kontrolliert da geglaubt, die Staatsdiener weit oben im Isaan würden ihren Job richtig machen! 5! (lauter)

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Zurück auf der Gemeindekanzlei im Isaan begann das Fest. Sechs Angestellte bemühten sich um die richtigen Daten und Namen und Stempel, nach zwei Stunden intensivster Arbeit zogen sich alle auf Kosten des Farangs in ein wunderbares Esslokal mit den herrlichsten Isaan-Speisen zurück. Der nun richtige Start einer Hochzeit wurde auf das Ausgiebigste, wenn nicht schon auf das Unverschämteste gefeiert.5! (ziemlich laut).

Von nun an nahm alles seinen Lauf. Der nächste wichtige Schritt war der Besuch beim Lompho Kanong, dem alten Mönch im Waldtempel. Er hat nur ein altes Nokia und trotzdem, er sieht was in der Welt so alles abläuft, deshalb besuchen ihn die Menschen von weit her und bitten ihn um Rat. Mit den Jahren hatte der Farang festgestellt, dass die hellseherischen Fähigkeiten des Lompho das rationale westliche Denken eindeutig ausstechen. Die Trefferrate des Lompho sei über 90 Prozent, meinte die zukünftige Braut. Und dem Lompho gefielen die Heiratsabsichten offensichtlich, denn es gebe keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, meinte er. Ebenso meinte er, es könnte allenfalls etwas kompliziert werden……5!(mit etwas Genugtuung).

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere FarangInzwischen hatte die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang eine Auseinandersetzung, was die Unterschrift der zukünftigen Schweizerin betraf. Ihr war zwar klar, dass sie den Familiennamen des zukünftigen Ehemannes annehmen würde, aber sie wollte den partout in Thai-Schrift auf die zukünftigen Dokumente setzen. Das gehe so nicht, meinte er, in der Schweiz könne das niemand lesen, eine Unterschrift sollte man doch irgendwie entziffern können. Obwohl, einerseits gefiel dem Farang diese hieroglyphische Unterschrift irgendwie schon, und andererseits kennen wir ja auch die hingeschmierten und unleserlichen Unterschriften der Intelligenzija (Ärzte, Anwälte etc.)im Heimatland. Im Grunde ging es bei der ganzen Diskussion aber nur um den Gesichtsverlust, einmal mehr. Denn, obwohl in der englischen Sprache sehr bewandert (autodidaktisch gelernt), konnte sie unsere Schrift nicht fliessend schreiben. 5! (feststellend).

Und es füllten sich A4-Seiten mit Unterschriften, am Anfang noch etwas kritzelig, dann immer schwunghafter, ab der vierten Seite dann schon eindeutig reproduzierbar. Das fand unter Beteiligung der ganzen Familie mit viel Sanook statt.5555555!

Hauptakt.

Flug gebucht, ein Tag vor Valentine, die Braut mit 40 Grad Fieber im Bett, Spital, eine Tüte voller Medikamente, Antibiotika-Bombe, Grippe. Eine Konsequenz der kürzlich über das Land gezogenen Kältewellen. Noch vor einer Woche waren es beinahe fünf Tage bei höchstens elf Graden. Unglaublich, Thailand gleich Eskimoland, alle froren sie erbärmlich und die Grippe krallte sich mehr als die Hälfte der Dorfbevölkerung, selbst der abgehärtete Farang aus dem Alpenland befand, sein Wohlbefinden sei eindeutig beeinträchtigt.5! (etwas entrüstet).

Trotz alledem, der Valentins-Tag war der Start, kurzer Flug in die Hauptstadt, Taxi zum Hotel, ausschlafen.

Tag eins:

Dokumenten-Check auf der Botschaft, wohlwollende Zustimmung der netten Dame am Schalter, mit einer Auslese von 9 Dokumenten zum Übersetzer, zurück ins Hotel, antibiotische Schlafkur der Braut.

Tag zwei:

Dokumente abholen und zurück zur Botschaft, ihr geht es ziemlich schlecht, Taubenfüttern am Strassenrand ohne Tauben, er ziemlich besorgt, aus den vielen Papieren wurde eine Marriage Application in Englisch, ihre erste zittrig reproduzierte amtliche Unterschrift, zurück ins Hotel, Fortsetzung der antibiotischen Schlafkur.

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Tag drei:

Taxi-Odyssee durch Bangkok, der dritte Taxifahrer fand gegen Mittag das Aussenministerium (Ministry of Foreign Affairs), dort wo die Marriage Application in Thai übersetzt und beglaubigt werden soll. Nach 9 Uhr morgens ginge gar nichts mehr, hiess es, zwei Tage auf die Stempel warten wurde angedroht, es begann kompliziert zu werden. Der Farang, mit seiner typisch europäischen Voraussicht, wollte wissen, wie es denn nach dem Aussenministerium weiter gehen würde. Dann werde geheiratet auf der Amphoe Bang Rak, das würden alle Farangs da tun. Der junge Mann, welcher sich um die Übersetzung kümmern wollte, begann zu telefonieren, und es wurde immer komplizierter. Eine 20-minütige Erklärung am anderen Ende der Leitung besagte, das Standesamt sei auf Tage ausgebucht, zudem  brauche es je einen Farang- und Thai-Zeugen, beide müssen des Englischen mächtig sein. 5!!! (Hatte nicht Lompho Kanong gesagt, es könnte allenfalls kompliziert werden….?)

Nachdem diese bedrohliche Kulisse aufgebaut war und sich langsam die Verzweiflung bei den Brautleuten breit machte, kam eine mögliche Lösung durch die Hintertüre, die würde zwar eine Stange Geld kosten. Normalerweise würden Farangs gleich von Anfang an eine Heirats-Agentur beauftragen, meinte der junge Mann mit einem höflichen Lächeln. Aber er hätte da auch eine persönliche und günstigere Lösung. Das Lächeln und das Angebot waren überzeugend und man einigte sich.

Tag vier:

High Noon im Aussenministerium, es dauerte dann nochmals zwei Stunden bis die Stempel endlich angetrocknet waren. Kurze Taxifahrt zum Bezirksgebäude Lak Si, also nicht Bang Rak wo alle Farangs sonst heiraten würden, nette englisch-sprechende Standesbeamtin, Dokumente ausfüllen, viele Unterschriften, mit allem zum Chef – der wollte hauptsächlich wissen, ob der Farang  denn den mörderisch scharfen Papaya-Salat „Somtam Isaan“ essen könne – Stempel in blau und rot, und endlich die Heiratsurkunden, alles in Thai geschrieben, selbst der Name des Farangs, ein bisschen falsch wie sich erst später herausstellen sollte. Geschafft! 5!(langausklingende Erleichterung).

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Tag fünf:

da haben sie dem Farang doch tatsächlich ein „i“ in den Nachnamen geschmuggelt, genau zwischen zwei Konsonanten. Das gibt dem Namen zwar diese typisch schweizerische Verniedlichung, aber auch einen neuen Sinn. Das bewog die neu Vermählten nochmals den langen Weg auf das Standesamt Lak Si unter die Räder zu nehmen, diesmal in einer Kombination von Skytrain und Taxi. Dieselbe Dame, diesmal leicht gereizt, händeringend, ja sie könne da gar nichts machen, denn das sei ja vom Aussenministerium überbeglaubigt worden, und genau aufgrund dieser grossen roten Stempel hätte sie ja die Heiratsurkunden……….also die Brautleute müssten sich geradezu wieder scheiden lassen und dann nochmals von vorne beginnen.

Ein grosses 5 fiel sogleich ins Bodenlose, bleiche Gesichter, Totenstille. Aber sie hätte da auch eine einfache Empfehlung, diesmal sogar kostenfrei! Der Farang solle doch einfach auf der Wohngemeinde, weit oben im Isaan, sein gelbes Hausbuch (Tabien Ban- schon drei Jahre alt) erneuern und den „falschen“ Nachnamen einsetzen lassen. Dann wären alle in Thai geschriebenen Nachnamen des Farangs zwar falsch, aber deshalb auch wieder richtig. Thailogik? Ja, Thailogik! 5! (etwas knurrend). Wasdennsonst!

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Das Nachspiel bleibt offen und vor allem spekulativ. Wird die Heiratsurkunde von der Botschaft des Farangs akzeptiert? Was sagt das Immigration Office dazu, wenn es um das nächste Jahresvisum geht? Welchen Nachnamen kriegt die Braut in ihren Pass geschrieben?

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere FarangAm Abend sassen sie dann zu Hause in ihrem Gärtchen,

weit oben im Isaan und hielten sich die Hände. Zum ersten Mal kam etwas Romantik auf, die Blütenpracht erwärmte die beiden Herzen nach den lärmigen Tagen an der Sukhumvit Road mit Dauerstaus in der grossen Stadt. Etwas nachdenklich waren sie zwar schon, die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady und der ältere Farang, aber irgendwie doch glücklich. Und er fragte sie zärtlich: “mit welchem von den beiden Farangs willst Du denn heute Abend ins Bett?“

Die Fortsetzung der turbulenten Hochzeitsgeschichte der nicht mehr ganz so jungen Thai-Lady aus dem Isaan und des älteren Farangs, oder eben,

das Nachspiel:

Auf der Gemeinde war man sichtlich empört über die Idee der Bangkok-Beamten, den falschen Nachnamen des Farangs hier oben in die Dokumente einzutragen. Was meinen die da in der Hauptstadt denn eigentlich? Auch sie hier, in den Pampas, würden die Gesetze und Regulierungen des Landes genau kennen, meinte der Abteilungsleiter mit leicht errötetem Kopf. Er nahm den Telefonhörer und rief sofort die Dame in Lak Si an. Aufgrund der sehr lauten Unterhaltung war anzunehmen, dass die Dame in Lak Si nicht sehr glücklich war. Sie sollen noch einmal nach Bangkok kommen, die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang, hiess es.

Nachdem der falsch geschriebene Nachname des Farangs mit einem weiteren Behördengang in der grossen Stadt bereinigt wurde – selbstverständlich wollte dafür niemand geradestehen – landete der Ball wieder auf der Thai-Seite. Es ging darum, dass die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady den Nachnamen ihres Ehegatten annehmen wollte. Schwierig, schwierig …hiess es von der Front hier lebender Expats, das würden sie dringend abraten, denn dann könne die Thai-Lady nicht einmal mehr Land kaufen in ihrem eigenen Land… unmöglich hiess es auf der Thai-Freundinnen-Seite, mit welchem Farang sie auch immer verheiratet waren.

Ja, und der Wechsel des Rentner- zum Verheirateten-Jahresvisum, ein Ding der Unmöglichkeit und kompliziert sag ich euch……unbedingt nichts sagen und Rentnervisum beibehalten, machen wir alle so, hiess es bei den Expats. Der schon etwas ältere Farang mit den mittlerweile weiss gewordenen Haaren hatte keine andere Wahl: die Haare konnten nicht noch weisser werden. 5! Wirbelstürme im Schnapsglas!

Mit zwei aktuellen Passfotos von ihm, den Heiratspapieren und ein paar Fotos, welche das Zusammenleben beweisen sollten bewaffnet, traten sie das Duell mit der Immigrations-Offizierin an. Es waren knallharte vierzig Minuten Ausfüllens und Unterschreibens – mindestens je 40 Unterschriften von jedem Beteiligten. Der Nahkampf durch die Papiere wurde durch unbeherrschte Schmunzel-Anfälle der Beamtin unterbrochen, als sie sich z.B. das Foto der beiden im Schlafzimmer ansah, wo da drauf beide authentisch unter einer Bettdecke hervorlugend………Peng! Wieder ein roter Stempel im Pass, ein sogenanntes Übergangsvisum für einen Monat, mal ganz was Neues! Diesen Monat würden die Beamten nutzen wollen, das frisch vermählte Ehepaar in ihrem Hause besuchen zu kommen, hiess es. Und sie kamen, zu Dritt, und es gefiel ihnen so gut auf dem Anwesen, dass der Farang in einem Anflug von Gastfreundschaft den Offizieren anerbot, Zelte für die Nacht zu besorgen. 5555. (Sanook)

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Auch für die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady hat sich ausser dem Nachnamen nichts geändert, sie ist und bleibt Thai-Staatsbürgerin mit allen Rechten und Pflichten, sie könnte die halbe Provinz kaufen wenn sie wollte und das Geld dazu hätte, aber das hatten die beiden ja in den Zeiten des turbulenten Hochzeitens schon ausgegeben.

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Nachträgliche Erklärungen

Bei ihrem dritten Besuch des Standesamtes Lak Si las der Farang ein an der Wand aufgehängtes Plakat: Der Farang, im Besitze einer vom Aussenministerium beglaubigten Marriage Application kann in jeder Gemeinde des Landes zusammen mit seiner Braut das thailändische Hochzeitszertifikat beantragen. 5!! In jeder Gemeinde!!

Die Thanon Sukhumvit beginnt in Bangkok als direkte Verlängerung der Rama I und der Thanon Ploenchit, welche zum Königspalast führen.  Die Sukhumvit ist mit über 400 km eine der längsten Strassen des Landes, sie endet an der kambodschanischen Grenze im Osten. So gibt es noch weitere Hauptstrassen, welche vom Königspalast an die Grenzen führen, so je eine in den Norden (Phahon Yothin), Nordosten (Mittraphap) und Süden (Phetkasem).

Farang ist die Bezeichnung für weisse Ausländer aus Europa und den USA. Arabischstämmige sind Käg und dann gibt’s noch Khon Dschin, die Chinesen……

Einer der wichtigsten Ausdrücke hierzulande ist Sanook = Spass haben. Ohne Sanook geht gar nichts. Vor lauter Sanook verpasst man gerne mal die Ziele, aber das lässt sich auch wieder mit Sanook ausgleichen….

5 auf Thai heisst HA!

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

Nachtrag für heiratswütige Farangs:

  1. Lasse jedes Thai-Dokument immer von Anfang bis Ende genauestens überprüfen, eine entsprechende Bitte muss kompromisslos sein, den in der Denkweise eines/einer Thai macht er/sie nie Fehler, weiss alles und kann alles……Staatsdiener sind ohnehin unfehlbar!
  2. Nach der Übersetzung/ Überbeglaubigung der Marriage Application durch das Aussenministerium (kontrollieren!)sofort ab nach Hause, Heirat in der Wohngemeinde……..
  3. Die beschriebene Heirat mit amtlichen Papieren wird von der ländlichen Bevölkerung und Familie der Braut nicht wirklich anerkannt, obwohl diese der Braut die einzige wirkliche Sicherheit bietet (Aussicht auf Staatsbürgerschaft des Heimatlandes des Farangs).
  4. Vielmehr wird erwartet, dass das Paar buddhistisch heiratet. Traditionell wird im Isaan dazu ein stattliches/angemessenes Brautgeld ausgehandelt und ein grosses Fest für Familie, Verwandte und das ganze Dorf veranstaltet. Damit soll auch demonstriert werden, dass die Familie mit dem Zuzug eines begüterten Farangs finanziell und sozial aufsteigt…..Die traditionell-buddhistische Heirat wird ohne Dokumente vollzogen, ermöglicht somit den Brautleuten jederzeit aus der Ehe wegzurennen. Sehr viele Thai-Ehen werden nur so geschlossen, die „Ausstiegsrate“ ist entsprechend hoch. Es soll sogar Farangs geben welche in Europa noch verheiratet sind und mit dieser Art von Heirat die „Unverbindlichkeit“ nutzen. Mehr zum Thema „Brautgeld“ in meinem nächsten Blog……

Die nicht mehr ganz so junge Thai-Lady aus dem Isaan und der ältere Farang

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